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Das vor die Tür gehen – ein riskantes Unterfangen! (Teufelskreis 001)

Die weltweit führendsten Wissenschaftler bestätigen: Das vor die Tür gehen ist für die Menschheit mit unvorstellbaren Gefahren bestückt. So mussten jetzt auch die letzten Zweifler an der „Die-Gefahr-Vor-Die-Tür-Geh-Theorie“ (in Fachkreisen kurz als DGVDTGT bezeichnet) endlich die schockierende Tatsache akzeptieren, dass man sich mit jedem Schritt, den man außerhalb der häuslichen Umgebung tätigt, in höchste Gefahr begibt und dabei das eigene Leben von einer Sekunde auf die andere eine dramatische Wende nehmen kann.

So ist es möglich, dass man von einem Bordstein zu Fall gebracht wird oder man mit dem Kopf gegen eines der zahlreichen Verkehrs-, Hinweis- oder Verbotsschilder knallt und das genau in dem Moment, wenn man gerade die neuesten Internet-Posts auf dem Smartphone in Ruhe studiert. Auch unsanfte Bekanntschaft mit einem Radfahrer, der ein Foto kommentiert, ist keine Seltenheit. Ebenso kann man plötzlich gezwungen werden, eine unsanfte Rolle über die Motorhaube eines vorbeifahrenden Autos zu vollführen. Und mit den Rentnergangs, die seit neuestem auf ihren E-Scootern die Fußgängerzonen unsicher machen, wollen wir erst gar nicht anfangen.

Dabei stehen nicht nur Unfälle an der Tagesordnung der DGVDTGT, nein, denn ebenso wenig ist das Risiko zu unterschätzen, draußen einem Menschen zu begegnen, der einen unerwarteten chemischen Prozesse in Gang setzt und ganz schnell hat man da irgendein Kind an der Hand nebst goldenem Ring am Finger. Von da an fristet man ein Leben, welches einen Tag für Tag, immer und immer wieder, nach draußen treibt und man schutzlos der DGVDTGT ausgeliefert ist … Ein Teufelskreis.

Doch es kommt noch schlimmer: Neueste Untersuchungen beweisen, dass das im vermeintlichen sicheren Wohnbereich zu bleiben, wesentlich mehr Gefahren beherbergt. Diese Studie, die als „Die-Gefahr-Hinter-Der-Tür-Bleiben-Theorie“ (kurz DGHDTBT) bezeichnet wird, deckte auf, was viele bereits ahnten und sich nur hinter vorgehaltener Hand getrauten auszusprechen, nämlich, dass die meisten Unfälle im Haushalt passieren.

Bleibt man also in den eigenen vier Wänden und ist der festen Überzeugung, der DGVDTGT zu trotzen, setzt man sich unweigerlich der DGHDTBT aus. Wer nun meint, beiden entgehen zu können und sich auf die vermeintlich sichere Datenautobahn des Internets begibt, in der festen Annahme, wild und unbedarft über diese hinwegbrausen zu können, unterliegt einem großen Irrtum. Denn hinter jedem Klick kann sich eine Falle verbergen, wie beispielsweise ein Verstoß gegen die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) oder das Urheberrecht. Dieses kann schon durch ein lustiges Foto oder Video geschehen, welches man arglos irgendwo teilt, oder einen witzigen Spruch postet, wo es nicht sein durfte. Eine Abmahnung wird umgehend folgen. Des Weiteren lauern viele Viren und Trojaner, die sich unter anderem lieb als Katzenbildchen tarnen können. Ist man dann (natürlich aus Versehen) auf einer Homepage gelandet, die freizügige Menschen präsentiert, kann es da zu peinlichen Funden kommen. Wie etwa den Lebenspartner oder die Nachbarsleute, die in einer Position und Situation abgelichtet sind, die man so auch noch nicht gesehen hat.

Somit scheint es egal zu sein, was man macht und wie man sich verhält, denn alles ist mit Gefahren verbunden. Man wird immer gegen irgendeine Vorschrift verstoßen oder gar Gesetze brechen. Wenn man dann noch in einem Kleingartenverein ist … oh, oh und als Autofahrer steht man sowieso schon mit einem Bein im Gefängnis.

Ein Teufelskreis … Da bleibt nur eins: Strick nehmen und sich einen stabilen Ast an einem schönen Baum suchen. Das eine Ende des Seils nehmen und über den Ast werfen. Ordentlich festbinden und an dem anderen Ende des Taues eine Schlaufe knoten. Sich in diese setzen und erst mal schön schaukeln. Vielleicht durchbricht das Hin und Her den Kreis des Teufels.

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Die Sage von Alphantis – Episode 1

In 8 Episoden – mit Prolog und Epilog.

von Aaron King.

Noxlupus-Verlag

Alphantis – Das Erstland im Unendlichkeits-Zeitalter.

Das Land, das keinen Widerstand leistete, als DIE kamen, um
ihre Sicht der Dinge, ihr Gedankengut, ihre Ideologien zu verbreiten.

(Ideologie: Das gebundene System einer Grundeinstellung, Weltanschauung und Wertung sowie politische Führungstheorien, die von den verschiedensten Gruppen auf unterschiedlichste Art erstellt worden sind und für sie die absolute Gültigkeit, sowie die einzig wahre Wahrheit darstellt.)

Episode 1

Eines Tages kamen Himmelsreisende mit ihrem Flugschiff nach Alphantis und landeten in der Stadt Xetrov. DIE Außerphantisten verließen ihr Raumfahrzeug und schauten sich sogleich alles genau an.

Interessiert wanderten DIE auf den Schotterstraßen und begutachteten die reetgedeckten, aus Baumstämmen gezimmerten Häuser, deren Fenster teilweise offenstanden und die Türen keine Vorrichtungen boten, um abgeschlossen zu werden. Die Leute, die sie unterwegs trafen, wurden freundlich gegrüßt und die Bewohner nickten mit einem Lächeln zurück. Einige von ihnen schöpften Wasser aus den Brunnen, die sich in der pflanzenreichen Stadt verteilten. Die Gebäude und die Straßen fügten sich so in die farbenprächtige Natur mit ein, als seien diese ein Teil von ihr – aus ihr erwachsen. Schließlich lief den Fremden ein Mädchen über den Weg und die Besucher sprachen es an: »Guten Tag, mein liebes Kind.«

»Einen schönen guten Tag, werte Gesellschaft, ich bin Ariana und wer seid Ihr?«, erwiderte die Kleine.

»Wir sind neu hier in der Gegend und kommen von sehr weit her. Wir möchten gerne wissen, wo man hier in dieser schönen Stadt etwas kaufen kann. Kannst du uns das verraten?«

»Kaufen?«

»Ja, kaufen, weißt du denn nicht was kaufen ist?«

Ariana schüttelte den Kopf und DIE fragten weiter: »Müsst ihr denn nie einkaufen? Etwas zu essen, Kleidung, technische Geräte, die einem das Leben erleichtern und vereinfachen. Eben all die Dinge, die man so dringend benötigt.«

»Nein, hier bei uns kann man nichts einkaufen und erleichtern … wieso erleichtern? Unser Leben ist doch nicht schwer.«

»Aber wie seid ihr denn lebensfähig, so ganz ohne die neuesten elektrotechnischen Errungenschaften?«, fragten DIE skeptisch.

»Och«, machte Ariana und schaute in den Himmel, »ich weiß auch nicht? Wir leben halt und es ist doch alles da was wir brauchen, da müssen wir nichts kaufen, schon gar keine Elektrotechnik, was auch immer das sein mag.«

»Wie, es ist alles da was ihr braucht?«, zweifelten DIE, »Du veralberst uns doch?!«

»Veralbern? Wieso sollte ich albern sein?«

»Es ist nicht zu fassen!«, staunten DIE. »Also gibt es wirklich keine Supermärkte, keine Elektrogeschäfte, keine Boutiquen. Aber wir haben doch so schöne Sachen mitgebracht, die wir gerne euren Händlern zum Weiterverkauf anbieten wollten.«

»Händler? Seid ihr Händler?«

»Ja, ganz recht. Großhändler!«, erklärten DIE und nahmen eine aufrechtere Haltung an.

»Und ihr als Großhändler braucht also Kleinhändler denen ihr was verkaufen könnt?«

»So sieht es aus. Aber sag uns doch einmal, kleine Ariana, wenn ihr keinen Kaufmannsladen und auch keinen Markt habt, wo bekommt ihr denn zum Beispiel euer Essen her?«

»Das Essen kommt zum Teil vom Spielplatz oder aus dem Wasser und dem Wald.«

»Vom Spielplatz?!«, riefen DIE verblüfft.

»Sicher, woher denn sonst? Wollt ihr ihn vielleicht mal sehen?«

***

Und ob sie wollten, ganz versessen waren DIE darauf, diese Stätte kennenzulernen und so führte Ariana die Großhändler über die Hauptstraße aus der Stadt hinaus. Auf ihrem Fußmarsch begegneten ihnen vereinzelnd Pferdewagen, die mit Holzstämmen und Reet beladen waren. Andere wiederum hatten Lebensmittel wie Brot, Obst und Gemüse bei sich. Die Pferde schritten gemütlich voran und neben ihnen ging jeweils ein Mann oder eine Frau, die das Tier an einer Leine führten. Einige Kinder liefen nebenher und winkten eifrig Ariana und ihrer Begleitung zu.

Einige hundert Meter außerhalb kamen sie an einem Platz vorbei, wo Hühner pickten und scharrten, Schafe und Ziegen grasten, sich Schweine tummelten und Kühe wiederkäuend dastanden. Das Areal war umgeben von Ställen, in denen lächelnde Frauen und Männer mit ihren Kindern die Schafe scherten, die Kühe melkten, die Eier einsammelten und die Tierunterkünfte ausmisteten.

Ein Fluss schlängelte sich von den Bergen kommend durch die Landschaft und zwei Wassermühlen verrichteten ihre Arbeit. Etwas abseits von den Tieren wurde vor einem Haus geschlachtet und in einem weiteren Gebäude befand sich die Bäckerei, die mit frischem Mehl aus den Mühlen versorgt wurde.

Nach ungefähr einem Kilometer kam Ariana mit ihrer Begleitung am Spielplatz an. Dieser bestand aus diversen Feldern, auf denen die Einheimischen fröhlich singend alles Zeitgemäße ernteten und pflegten. Auf der Obstplantage entdeckte Ariana ihre Eltern mit ihrem Bruder. Sie winkte die Familie zu sich und das Mädchen stellte die Besucher vor. Es seien Großhändler, die von sehr weit hergekommen sind und die tollsten Sachen dabeihaben, wie elektrotechnische Geräte, die einem das Leben erleichtern und nun sind sie auf der Suche nach Kleinhändlern, die ihnen alles abkaufen sollen, damit diese dann etwas haben, was sie wiederum weiterverkaufen können. Auf die Nachfrage hin, wo sie denn die Sachen herhaben, die sie verkaufen wollen, erklärten DIE, dass sie selber alles von den Herstellern und Erzeugern erworben haben.

Ebenso wenig wie Ariana zuvor, verstanden auch ihre Eltern nicht, was die Fremden genau vorhatten, beziehungsweise was sie mit dem Ganzen bezwecken wollten, und erklärten nun den Gästen erneut, dass doch von allem genug da sei und es irgendwie überhaupt keinen Sinn macht, etwas zu kaufen, um es dann gleich wieder weiterzuverkaufen … wieso alles drei- bis viermal kaufen und verkaufen, hin und herschleppen, bis es endlich da ankommt wo es gebraucht wird.

»Aber wir sehen doch, dass euch hier so allerhand fehlt. So können wir beispielsweise nirgends Bananen- oder Ananasstauden entdecken. Doch gerade diese sind so wichtig und darum gibt es die Möglichkeit, diese zu kaufen.«

»Ananas … Bananen, was ist das?«, fragte Arianas Mutter.

»Das ist tolles Obst, ihr könnt doch nicht nur von diesen paar Sorten leben«, DIE zeigten auf die Plantage, »wenn es doch noch so viel mehr Sorten gibt.«

»Nur weil es diese vielleicht gibt, bedeutet das doch nicht zwangsweise, dass wir diese auch benötigen! Wenn wir Bananen und all die anderen Obstsorten bräuchten, würden sie hier auch wachsen. Da sie das aber nicht tun, brauchen wir sie also auch nicht und somit müssen diese Dinge nicht wie wild durch die Gegend transportiert werden. Ach ja, und Geräte, die einem das Leben erleichtern … wozu? Gibt es denn ein leichteres Leben als das, welches wir hier führen?«, lächelte Mutter Felina schließlich und richtete nun ihr Augenmerk auf die Tochter, »was ist mit dir Ariana? Kommst du mit zum Spielen aufs Feld?«

»Ich glaube es ist notwendiger, diesen Leuten unseren Lebenswirtschaftsraum zu zeigen.«

»Da tust du ein gutes Werk«, bestätigte der Vater Silias.

»Und ich werde dich dabei unterstützen«, beschloss Felina.

»Aber heute Nachmittag kommt ihr beide doch mit ins Theater oder …?«, fragte der Sohn und Bruder Elias.

»Na, klar. Die neue Inszenierung werden wir uns doch nicht entgehen lassen«, antwortete die Mutter mit leuchtenden Augen.

***

Ariana und ihre Mutter spazierten mit den Großhändlern an einem See vorbei, wo einige Menschen in Ruderboten saßen und fischten. Ihre weitere Wanderung brachte die Gruppe zu einem Wald, in dem sie einige Holzfäller trafen, die dabei waren, Feuerholz zu hacken, welches von den Frauen und Kindern auf bereitstehende Fuhrwerke gestapelt wurde. Ein weiterer Trupp stellte Baumaterial her und verlud es ebenfalls auf die Wagen. Zwei Frauen, die jeweils einen Köcher mit Pfeilen und Bogen über den Rücken trugen, hatten ein Reh auf einer Trage liegen, das sie zum Schlachthaus bringen wollten.

Nach einer Weile hatten sie den Wald sowie eine Lichtung, die neu bepflanzt wurde, hinter sich gelassen und kamen am Bastlerviertel an. So wurde der Stadtteil genannt, in dem sich unter anderem die Gerberei, die Webstuben und Schneider, die Tischler und Schmiede mit dem Werkzeugmacher sowie die Töpferei befanden. Das Rohmaterial für die verschiedensten Güter stammten Beispielsweise von den umliegenden Erzminen, den Tongruben und dem Baumwollfeld sowie der Rinderfarm.

Von diesem Bastelviertel aus konnte man in einiger Entfernung die Wohnhäuser erkennen, da die Führung entlang der Hauptstraße verlief und diese einen Rundweg darstellte. An dieser Straße befand sich alles Lebenswichtige, wobei einige Wege von ihr abführten, worüber man beispielsweise zu den Minen und den Tongruben gelangte.

Die anwesenden Kinder versammelten sich neugierig um die Neuankömmlinge und erzählten, dass sie hier zusammen mit ihren Eltern alle notwendigen Sachen basteln würden. Befremdlich wirkte auf DIE auch hier die Vorgehensweise, wie die Leute ihre Tätigkeiten ausübten. Es schien so, als passiere die eigentliche Arbeit nebenbei.

»Wie könnt ihr alle hier nur so ruhig arbeiten? Habt ihr denn keine Termine um die Aufträge einzuhalten?«, fragten DIE.

»Arbeiten? Termine? Aufträge? Was bedeutet das alles«, fragte Felina. Doch ohne die Antwort abzuwarten sagte sie: »Wir fertigen und pflanzen das an, was gerade benötigt wird. So einfach ist das.«

»Ja, und nach ungefähr fünf Stunden wird mit dem Spielen und Basteln aufgehört«, erklärte Ariana, »und jeder nimmt sich das, was er für sich und seine Familie braucht. So ist es in ganz Alphantis.«

»Das hört sich alles so unglaublich an Felina, doch erkläre uns bitte, wie wird das alles hier denn nun finanziert?«

»Was meint ihr?«

»Wer oder wie bezahlt ihr das alles?«

»Das verstehe ich nicht, hier bei uns macht jeder das Notwendige und so muss keiner bezahlen, was auch immer das sein mag, und wir brauchen nichts zu kaufen, keiner von Alphantis. Hier gibt es viele Lebenswirtschaftsräume wie den unsrigen, jeder Ort sorgt für sich und wir besuchen uns untereinander, tauschen uns aus.«

Jetzt verstanden die Händler das System und sie sahen klagend ein, dass es hier an diesem Ort mit Namen Xetrov, ja anscheinend in ganz Alphantis, keine Möglichkeit gab, ihre Waren zu veräußern. So haben DIE es nicht geschafft, dieses Land mit ihrer Wirtschaftsideologie zu erobern, denn dieses Gedankengut glitt unbeachtet an den Bewohnern von Alphantis ab. Darum bestiegen DIE ihr Raumfahrzeug und wurden nie wieder gesehen.

Ende der Episode 1: Die Händler

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Interessant – Nach der letzten Schulstreik-Demo! (Newsflash 003)

Nach der letzten Schulstreik-Demo der vergangenen Woche hatten es einige der engagiertesten Kinder sehr eilig nach Hause zu kommen. Sie wollten früh ins Bett, denn bereits um vier Uhr sollte die Nacht für sie zu Ende sein.

So donnerten sieben schwere Autos in den frühen Morgenstunden des darauffolgenden Tages über die Autobahn, dem etwa 150 Kilometer entfernten Flughafen entgegen. In den Fahrzeugen befanden sich zumeist ein Elternpaar und zwei bis vier Schüler, sowie vereinzelnd ein Lehrkörper – je nach Kapazität des Wagens.

Einige Eltern ließen es sich nicht nehmen, ihr Kind persönlich zum Flughafen zu kutschieren, um es zum Abschied noch einmal in die Arme zu schließen und in sieben Tagen werden sie wieder zum Empfang ihrer Brut bereitstehen, wenn diese aus Spanien zurückgekehrt ist.

Trotz der Flugerfahrung, die die meisten der Jugendlichen bereits hatten, war unter ihnen eine gewisse Aufregung zu spüren. So waren doch die meisten mindestens einmal mit ihren Eltern in den Urlaub geflogen oder sind im letzten Jahr bei der Frankreichtour dabei gewesen. Diese Schülerreisen sind notwendig, da diese erheblich dazu beitragen, die Fremdsprachenkenntnisse der Lernenden zu verbessern – erklärte ein Lehrer – ohne diese Erfahrung, ist es ja quasi unmöglich, eine Sprache korrekt zu lernen. Man muss schon das jeweilige Flair des jeweiligen Landes einmal gespürt haben.

In der Wartehalle unterhielt sich die Gruppe begeistert über das bevorstehende Abenteuer und einige schmiedeten bereits Pläne für die nächste Streik-Demo, die sofort nach der Rückkehr starten sollte. Auch das Erlebte auf dem Streik vom Vortag wurde enthusiastisch diskutiert. Ist doch schön mit anzusehen, wie gewissenhaft die Kinder heutzutage sind und sich schon ganz wie die Erwachsenen verhalten. Durch Demos andere auf ein bekanntes Problem aufmerksam machen und sich selbst dann dafür wie verrückt feiern, um danach alles so weiterzumachen wie bisher.

Nächstes Jahr nach dem Abitur werden sich einige eine Auszeit gönnen und ein Jahr im Ausland – Neuseeland ist da ein beliebtes Ziel – verbringen. Diese Reisen sind für junge Menschen sehr wichtig, um für ihr zukünftiges Leben an der Discounterkasse gewappnet zu sein.

Mal sehen, was diese Generation in einigen Jahrzehnten auf die Beine gestellt hat. Vielleicht wird es ja genauso klasse, wie das, was die 68er Flower-Power-Peace-Generation so geleistet hat. Denn ist es nicht diese, die in den letzten fünfzig Jahren die Welt auf diesen interessanten Kurs gebracht hat?

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Engelrevolution

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Es war einmal in der Krähengasse, in der die Anwohner friedlich, freundlich und freudig gemeinschaftlich lebten. Die Sorgen und Nöte des einzelnen wurden miteinander gelöst. Im Sommer traf man sich in den Gärten zum Grillen mit anschließendem Lagerfeuer. Die Wintermonate verbrachte die Gemeinschaft mit Spieleabende bei Ofenwärme und Kerzenschein. Man half sich gegenseitig bei der Instandhaltung der Häuser und den Außenanlagen. Wer krank war, dessen Familie wurde bei den Einkäufen und den anfallenden Hausarbeiten unterstützt.

Es war Anfang Juli und das alljährliche Sommerfest stand vor der Tür, welches immer am dritten Juliwochenende stattfand. Dieses Fest wurde von allen gemeinsam geplant und ausgerichtet. Zu diesem Zeitpunkt ahnte noch niemand, dass es für alle Zeiten das letzte Sommerfest in der Krähengasse sein sollte.

Am dritten Wochenende im Juli zeigte sich die Sonne wie all die Jahre zuvor den gut gelaunten Bewohnern der Krähengasse bis in die späten Abendstunden freundlich. Am Freitag wurden die Tische und Bänke aufgebaut sowie die Grills im Wendehammer der Sackgasse aufgestellt. Die Carports wurden mit Girlanden und bunten Lichterketten geschmückt. Das Puppentheater für die Kleinen wurde vorbereitet, sowie die Spieleolympiade für die etwas Größeren hergerichtet, bei der neben weiteren Spielen die Hauptdisziplinen aus Sackhüpfen, Eierlaufen und das Schubkarrenrennen bestanden. Die frischen Lebensmittel wurden vom Markt besorgt und das vorbestellte Grillfleisch vom Schlachter abgeholt. Nudel-, Kartoffel-, Kraut- und grüner Salat wurden vorbereitet. Die Kinder tobten und liebten es, den Erwachsenen mal mehr, mal weniger bei den Vorbereitungen zu helfen.

Am Samstagabend, die Kleinen waren schon in ihren Betten, um sich von den Strapazen des Festtages zu erholen, erzählt E., dass die ganze Familie seit neuestem an Engeln glaubt und im Keller habe man einen Raum, in dem den Engeln gehuldigt wird. E., erklärte weiter, dass Engel die Welt erschaffen haben und diese nun vor allem Übel beschützen. Die Freunde lauschten mit offenen Augen und Mündern. »Oh, ja, das klingt glaubhaft, was du uns da erzählst.« Und drei weitere Familien bestätigten, dass auch sie den Englein in tiefster Demut ergeben sind, ja, dass die Engel mit ihnen kommunizieren und auch sie hätten ein Zimmer, welches sie als »Kirche der Engel«, bezeichneten.

Noch an jenem Abend verbreitete sich der Engelsglaube in der gesamten Krähengasse, bis auf wenige Ausnahmen, denn ein paar Familien waren diesem Glauben gegenüber skeptisch eingestellt. Doch sie schwiegen fürs erste.

Am darauffolgenden Tag gab es zum Abschluss des Sommerfestes die traditionelle Kaffeetafel. Neben den Torten und dem reichhaltigen Kuchenangebot stand in diesem Jahr sogar ein Eiswagen für die Kinder bereit. An diesem Tag gab es für die Bewohner der Krähengasse nur ein Thema – Die Engel. Es wurde in erster Linie darüber gesprochen, dass es ein Buch geben müsste, wo der Glaube an die Engel genau festgehalten, beziehungsweise wo ein einheitliches Verhalten im Glauben an die Engel aufgeführt sei. E. wurde auserwählt, dieses heilige Werk niederzuschreiben, da E., nach Ansicht der anderen, das meiste Wissen über Engel besaß. Der Straßenname sollte dann von »Krähengasse« in »Engelsgasse« umbenannt werden. Zudem sollte am Anfang der Straße jeweils zu beiden Seiten eine Engelsfigur aufgestellt werden. Die anfallenden Kosten würden dann von allen Anwohnern zu gleichen Teilen getragen werden.

Das wurde nun doch für die Skeptiker zu viel und T. meldete sich stellvertretend für die anderen zu Wort und widersprach diesem Vorhaben. Denn wenn überhaupt, dann sollte die Straße in »Teufelsgasse« umbenannt werden und zwei Teufelsstatuen sollten den Straßeneingang zieren. Es gäbe schließlich einige Familien, die so gar nicht an die Englein glauben wollten, sondern der Überzeugung waren, der wahre Glaube könne nur an den Teufel gerichtet werden. Denn schließlich war dieser es, der alles auf Erden geschaffen hat und letztendlich alles in die richtigen Bahnen lenkt. T. lud die Engler ein, sich den Teufelsschrein im Hause der Familie T. anzusehen. Als die Engler dessen Altar sahen, waren sie entsetzt und betrachteten diesen sprachlos.

Am späten Nachmittag fand der Rückbau der Festivitäten statt. Dieses verlief nicht wie gewohnt in der üblichen Heiterkeit, sondern es kristallisierten sich zwei Parteien heraus, von denen die einen plötzlich nicht mehr mit diesen oder jenen Anwohnern zusammenarbeiten wollten. Es wurde sich misstrauisch beobachtet und nur innerhalb der Gruppe getuschelt.

So sollte es auch von nun an in der Krähengasse weitergehen. Geholfen wurde sich nur noch untereinander in den Gruppen der Engler sowie der Teufler. Engler grüßten keine Teufler mehr und umgekehrt. Den Kindern wurde verboten, mit den Freunden aus der anderen Gruppierung zu spielen. Ja, geradezu gegeneinander aufgehetzt wurden sie, und es kam zu Prügeleien unter den Heranwachsenden, wo es zumeist darum ging, dass der eine Glaube der richtige und bessere sei als der andere.

Einige Familien hielten es nicht mehr aus und verließen ihre Häuser. Diese blieben nicht lange leer und jede Partei versuchte sofort die neuen Anwohner für sich und ihren Glauben zu gewinnen. Doch womit weder die Engler noch die Teufler gerechnet hatten, war die Tatsache, dass einige Neue ihren eigenen Glauben mitbrachten. Den Glauben an die Geister, bei dem es darum ging, dass aus den verstorbenen Ahnen das neue Leben entsteht und diese Vorfahren das Leben der Familien beschützen und dirigieren.

Es herrschte ein ständiges Ziehen und Zerren unter den Anwohnern, alle waren damit beschäftigt, die eine oder andere Familie auf ihre Seite zu bringen. Es gab keine anderen Themen mehr und Zeit für anderes war nicht mehr vorhanden. Keine Grill- oder Spieleabende mehr. Dringende Reparaturarbeiten an den Häusern wurden vernachlässigt und die Gärten verwilderten.

Es war ein regnerischer Sommertag zu dem sich ein starkes Gewitter gesellte. Früh wurde es dunkel und in den Häusern der Krähengasse blieben die Rollläden verschlossen … an diesem dritten Wochenende im Monat Juli.

Und die Moral von der Geschicht …
behalte und lebe deinen Glauben für dich.
Gehe nicht mit ihm hausieren,
sonst wird viel passieren.

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Gedanken über Einheitsbrei

Ist man zum selbständigen Denken in der Lage oder nimmt man einfach alles, was man hört und sieht ungeprüft an? Ist man zum eigenständigen Leben in der Lage, wenn um einen herum alle sagen wie man zu leben hat? „Du musst dieses und jenes machen oder dieses und jenes essen bzw. das darfst du auf gar keinen Fall essen, denn nur so und nicht anders ist es richtig und gesund.“

Der allgegenwärtige Einheitsbrei ist eine Epidemie, die ausbricht und über einen herfällt. Sicherlich, um sich zu entwickeln muss man lernen, und dieses geschieht nur durch zuhören und abgucken von anderen. Anfangs greift man sogar (zumeist ungewollt) zu der Methode des Imitierens und Kopierens. Doch im Laufe der Zeit sollte man in der Lage sein, mit offenen Augen und klaren Gedanken die Dinge neu zu durchleuchten. Man sollte sich entscheiden, ob man lieber einen hoch angepriesenen, vermeintlich schmackhaften Brei verzehren möchte oder ob man nicht doch lieber einen Blick in die Speisekarte werfen will, die noch so viel anderes zu bieten hat.

Individuell will jeder sein, doch irgendwie sind letztendlich die meisten gefangen im Einheitsbrei der Massen, da es so schön einfach ist, sich nach den Anderen zu richten, den „Erfolgreichen“, um auf deren Schienen mitzufahren. Das Erfolgreiche wird kopiert, anstatt sich von ihm zu lösen. So sehen beispielsweise viele Buchcover gleich aus. Auch die Titel werden den erfolgreichen Büchern (zumeist erfolgreich gemachten Büchern) angepasst. Die Titelseiten von Zeitschriften und Magazinen sehen sich zum Verwechseln ähnlich.

Jedes Thema hat seinen eigenen Brei, aber auch die dazugehörende Speisekarte. Angefangen bei den optischen Erscheinungen wie Mode, Tattoos und Piercings, den „Zwang“ der Körperhaarentfernung mit dem gegenteiligen männlichen Gesichtsbewuchs, um ein aktuelles Beispiel aufzugreifen. Und nicht nur äußerlich, sondern auch innerlich, also im Kopf existiert ein Einheitsbrei und wenn man nicht aufpasst, löst dieser eine einseitige Sicht der Dinge aus, die zu einseitigen Taten führen.

Um diesem nun zu entkommen, sollte trotz aller Gefahren erst einmal alles aufgenommen werden, also von dem Brei gekostet werden – sich inspirieren lassen – um diesen letztendlich neu zu arrangieren. Man muss nicht krampfhaft das Gegenteil von dem machen, was der vorgesetzte Brei hergibt. Es ist ebenso wenig nötig, alles erst einmal pauschal abzulehnen und mit einer entgegengesetzten Meinung aufzuwarten. Es bedarf meist nur einer leichten Abweichung, eine Änderung der Rezeptur. Denn die Entstehung des Einzigartigen kann nur aus dem Brei heraus geschehen, indem man sich daran bedient und diesen ändert. Etwas so zu machen wie man es von innen her spürt und nicht anders. So kann der Einheitsbrei durchbrochen werden und ein neuer beginnt zu köcheln.

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Klimaschock – Das Jahr 2020 wird es nicht geben! (Newsflash 001)

Wenn es nach der WUK Gruppe geht. Diese Vereinigung der Weltuntergangsklimathisanten, die sich seit einigen Monaten aktiv der katastrophalen Klimawandlung entgegenstellt, hat einen Antrag veröffentlicht, in dem sie eine neue Zeitrechnung fordert.

Die Organisation, die europaweit Millionen von Anhängern auf rasante Weise scheffelt, wurde von einem Kind ins Leben gerufen. Dieses unglaubliche menschliche Wesen gibt auf jede nur erdenkliche essenzielle Lebensfrage die erleuchtende Antwort und wird bereits mit Größen wie Jesus verglichen. Politiker, Wissenschaftler und die Bevölkerung ganzer Länder pilgern in Scharen zu dem Menschenkind, um sich dessen weisen Rat zu erbitten.

Aus diesem Grund sieht sich die WUK auch in naher Zukunft als einzige weltweit anerkannte Religionsgemeinde und besteht nun laut Antrag darauf, dass es am nächsten Neujahrstag heißt: 2019 ist tot, es lebe das Jahr 1. Die Prophezeiung des Kindes besagt, dass nur so eine sofortige und radikale Entsorgung der Altlasten möglich sei. Da sich ja bekanntlich vor der 1 die 0 befindet und 0 nichts ist, kann also bei 0 nichts gewesen sein, demzufolge sind alle Krisen überwunden und es kann ein toller Neustart geschehen.

Um diese Sensation in die gesamte Welt zu tragen, reist das Neu-Jesus-Kindchen unermüdlich von Talk-Show zu Talk-Show. Zudem sind T-Shirt, Sweatshirt (mit und ohne Kapuze), Mützen, Caps, Becher, Feuerzeuge, Smartphonehüllen, Autoaufkleber und und und, halt alles, wo das niedliche Gesichtchen des Neu-Jesus-Kindchen raufpasst, auf dem Markt.

Und damit nicht genug. Das Buch „Die Szenenoffenbarung“ wird sehnsüchtig erwartet, welches jetzt schon als das „Neu Neue Testament“ gehandelt wird. Dieses Werk kommt als schönes Hardcoverbuch inklusive Hochglanzfotos auf den Markt, nebst CD und eBook – die Verfilmung ist in Arbeit. In diesem Machwerk wird das Neu-Jesus-Kindchen seine Thesen preisgeben und die ganze Wahrheit über alles was auf der Welt schiefgelaufen ist. Es erfolgt in schonungsloser Deutlichkeit der radikale Befehl: Tut endlich was!

Das Kind wurde in den letzten Wochen mit Anerkennungspreisen überhäuft und eine Automarke will ein Elektroauto herausbringen unter dem Label „Jesus-Kind-Edition“. Der Friedensnobelpreis ist ihr sicher und der Literaturpreis wird mit großer Wahrscheinlichkeit folgen.

Was bleibt abschließend noch zu sagen? Nur so viel: Gott ist tot und die Hölle hat als Angstmacher ausgedient – Schade! Es lebe die neue Angst, die Klimaangst – Hurra! Die wie jede Angst durch hysterische Massenansammlungen erblüht.

Es bedarf immer eines großen Führers, damit etwas Großes passiert … doch in welche Richtung es dann geht, das ist zumeist erkennbar, will aber nicht gesehen werden.

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Die ersten 10

Die ersten Sonntagsworte wurden am 29.07.2018 veröffentlicht. Seit dem erscheint jede Woche eine neue Spruchrolle, die in gewisser Weise aufeinander aufbauen.

Diese Worte/Sätze wollen frei interpretiert werden und können dementsprechend auf das eigene Leben Anwendung finden – übertragen werden.

001 – Ohne festen und aufrechten Stand wird das nix!

002 – Solange der Weg frei ist, bewege dich vorwärts!

003 – Ist der Weg versperrt, dann bleibe an der Barriere und schaue, wie du weiterkommst!

004 – Ist die Barriere zu fest, gebe kurz nach, um eine Lücke zu finden und setze dann deinen Weg fort!

005 – Erstarre nie, sondern fließe beständig auf deinem Weg weiter und nutze die Möglichkeiten, die sich dir bieten!

006 – Nehme Widerstände auf, und nutze diese für dich!

007 – Ohne Zentrierung und die Kontrolle des Schwerpunktes wird das nix!

008 – Sei frei von allem Wollen und Grübeln, denn der Erfolg ist nur in der Tat zu finden!

009 – Sei bei dem was du gerade tust, die Zeit wird alles Andere zeigen!

010 – Ganz gleich was du tust, Hauptsache du tust etwas und das von ganzen Herzen, mit voller Liebe und voller Hingabe!

Dieses sind die ersten zehn Schriften, die weiteren verstecken sich hinter dem Link.
https://noxlupus.de/html/sonntagsworte.html