Gedanken über Kreativität

Im Duden tauchte „kreativ“ das erste Mal 1973 auf und besitzt viele Synonyme. Darunter findet man zum Beispiel: einfallsreich, erfinderisch, erfindungsreich, fantasiereich, fantasievoll, findig, geistreich, genial, gestalterisch, ideenreich, originell, produktiv, schöpferisch sowie konstruktiv und innovativ.

All das ist in dem kleinen Wort zu finden. Wer also kreativ ist, hat so gesehen gestalterische Ideen, die in einem schöpferischen Akt verwirklicht werden. Er ist ein „kreativer Mensch“, also ein Künstler …?

Nein, das ist er nicht zwangsläufig! Denn Kreativität ist nur die schöpferische Kraft, die als Vorstufe zur Kunst (siehe Kunstartikel) gesehen werden kann. Oder anders gesagt, der Vorbote, der Ideen- und Richtungsgeber für die daraus entstehende Kunst.
Kreativität ist der Zeitpunkt in der Kunst, an dem ihr Einhalt geboten wird und es zu einem Denkprozess, einer Überlegung kommt. Es ist also die Stelle, an der die Kunst pausiert, da der Kunstakt einen reinen instinktiven Schaffensprozess darstellt, was das Gegenteil von Kreativität – nämlich instinktlos, also kopfgesteuert – ist.

Daraus resultiert, dass Kunst und Kreativität nicht zusammenpassen. Entweder das eine oder das andere ist möglich, aber dennoch ergänzen sie sich. Als „Künstler“ muss man sich dann entscheiden, wieviel Kreativität man in seine Kunst hineinlässt (je mehr Kreativität umso weniger Kunst im Endergebnis). Wobei die Kunst auch gänzlich ohne den kreativen Akt auskommt, indem man einfach anfängt und es fließen lässt.

Kreativität ist unter dieser Betrachtungsweise nur die Fähigkeit, etwas mit Bedacht zu erschaffen. Etwas, was neu oder originell zu sein scheint und dabei vielleicht noch nützlich beziehungsweise brauchbar ist. Hierfür sind ein gewisser Grad an Begabung, Wissen, Können, Motivation, persönliche Eigenschaften/Eigenarten und die Umgebungsbedingungen von Bedeutung. Zudem wird Kreativität bei der Lösung eines Problems oder der Erfüllung einer bevorstehenden Aufgabe angewandt.

Hier ein Beispiel für den Kreativ-Kunst-Akt anhand eines Schreibprozesses:
– Ideensammlung und diese in die richtige Reihenfolge bringen = Kreativer Akt
– Diese Vorlagen nehmen und losschreiben es laufen lassen = Kunst
– Textüberarbeiten = Kreativ tätig sein
(Zerstörung der Kunst, was die Erschaffung eines kreativen Werkes hervorbringt)

Kurz: Kreativität muss verschwinden, wenn die Kunst beginnen soll. Kunst darf nicht/kann nicht überarbeitet werden. Kreativität kann der Kunst nur dienen, ist selber aber keine Kunst. FERTIG!

http://www.noxlupus.de

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